Prämierte Forschungen: Nachhaltige Transformation Lateinamerikas im Fokus
Shownotes
Eine Transformation hin zu einer nachhaltigeren Welt ist in allen Lebensbereichen notwendig. In manchen Bereichen ist diese bereits weiter vorangeschritten als in anderen. Doch wie gerecht verlaufen diese Veränderungen? Und wer legt eigentlich ihre Richtung fest?
In dieser Livesendung sprechen wir mit den beiden Preisträgern des Jahres 2025:
Felix Dorn wurde mit dem Hauptpreis für seine Arbeit zur „politischen Ökologie der Dekarbonisierung“ ausgezeichnet. In seiner prämierten Forschung befasste er sich mit sozial-ökologischen Konflikten rund um den Lithiumabbau in Argentinien. Dabei zeigt er deutlich, wie die globale Energiewende lokale Ungleichheiten und Machtverhältnisse verschärfen kann.
Mit Ernährungssystemen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Werten und globaler Ungleichheit beschäftigt sich Anna-Maria Brunner und wurde für ihre herausragende Forschung in diesem Bereich mit dem Nachwuchsforschungspreis prämiert.
Gemeinsam geben sie Einblicke in aktuelle Debatten rund um Rohstoffe, Ernährung, sowie globale (Un)Gerechtigkeit und verdeutlichen, warum Lösungen für Klima- und Ernährungskrisen immer auch Machtfragen sind.
Gäste
Anna-Maria Brunner, BSc MSc (Universität Innsbruck) Mag. Felix Dorn, PhD (Institut für Soziale Ökologie/BOKU)
Gestaltung und Moderation (für den Sendungsinhalt verantwortlich): Maiada Haiada und Momo Kunishio
Transkript anzeigen
00:00:03: Willkommen bei Welt im Ohr.
00:00:05: Eine Sendung des Teams Wissenschaft und Forschung für internationale Entwicklungszusammenarbeit Im ÖAD der Agentur für Bildung und Internationalisierung.
00:00:17: Diese Sendung wird von der österreichischen Entwicklungssusammenarbeit im Rahmen des akademischen Programms APIR gefördert.
00:00:26: APIR steht für Austrian Partnership Program in Higher Education and Research for Development.
00:00:31: Heute für Sie, heute für euch live im ORF-Zentrum mit Mayada Hadaya und Momoko Nishio.
00:00:40: Ja sehr herzlich willkommen liebe Hörerinnen und Hörern!
00:00:43: Welt im OR wieder live aus dem ORF Zentrum.
00:00:47: eine nachhaltige Transformation betrifft alle Lebensbereiche.
00:00:52: doch wie gerecht verlaufen diese Veränderungen und wer bestimmt ihre Richtung?
00:00:57: In dieser Live-Sendung sprechen wir mit den Preisträgerinnen des Entwicklungsforschungspreises.
00:01:04: Was kann uns Besseres passieren an der langen Nacht der Forschung?
00:01:09: Hallo und herzlich willkommen!
00:01:10: Ich begrüße im Studio Felix Dorn, hallo.
00:01:14: Hallo, freut mich.
00:01:15: Danke.
00:01:16: Und Anna Maria Brunner Hallo, danke für die Einladung.
00:01:20: Schön dass ihr da seid.
00:01:21: Felix Dorn wurde mit dem Hauptpreis für seine Arbeit zur politischen Ökologie der Decarbonisierung ausgezeichnet und mit Ernährungssystemen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Werten und globaler Ungleichheit beschäftigt sich Anna Maria Brunner.
00:01:38: Ja vielleicht einige Worte noch zu euch?
00:01:41: Anna Maria darf ich mit dir beginnen.
00:01:43: Magst du dich ein bisschen vorstellen?
00:01:45: Ja gerne!
00:01:47: Genau, derzeit studiere ich eben das Doktoratsstudium Geografie an der Universität Innsbruck und forsche im Zuge dessen zum Ernährungssystem und wie das eben transformiert werden könnte.
00:01:58: Meine Forschung bezieht sich vor allem auf Argentinen aber ich forsche auch im europäischen Kontext und bin eben an der Uni Innsbruck auch als Lehrende tätig gewesen und derzeit auch an der Bokotätik.
00:02:12: Ja, so bewege ich mich zwischen Wieden, Innsbruck und Argentinien hin- und her derzeit.
00:02:19: Sehr schön!
00:02:19: Ihr habt einige Gemeinsamkeiten Felix?
00:02:21: Einige Worte zu deiner Person?
00:02:24: Ja gerne also.
00:02:25: ich habe auch einen Hintergrund in der Geografie.
00:02:27: Ich hab auch ein Hintergrund im Innsbrück.
00:02:29: Ich komme aus der Schnittstelle von Ökonomie und Geographie und habe in der geography promoviert an der Uni Innsburg.
00:02:37: drei Jahre in Wien.
00:02:38: Ich war erst an der Uni Wien am Institut für Internationale Entwicklung und seit vergangenem Jahr jetzt im Institut for Soziale Ökologie der BOKU, bin dort als Postdoc tätig.
00:02:50: Ja gemeinsam gibt ihr heute Einblicke in aktuelle Debatten zu Rohstoffen, Ernährung und globaler Ungerechtigkeit.
00:03:00: Wir verdeutlichen heute oder ihr besser gesagt, warum Lösungen für Klima- und Ernährungskrisen immer auch Machtfragen sind.
00:03:11: Es folgt ein kleiner Einspieler von uns.
00:03:16: Im Februar hat Bundesministerin Eva Maria Holzleitner den österreichischen Preis für Entwicklungsforschung verliehen.
00:03:23: Ausgezeichnet wurden Felix Dorn Die Ökonomie Karin Kübelböck ordnet ein, was nachhaltige Entwicklung eigentlich bedeutet
00:03:36: und
00:03:37: Welt im Ohr hat einige Stimmen vor Ort eingefangen.
00:03:43: Entwicklungsforschung ist zentral.
00:03:45: Wir sehen globale Herausforderungen, neue Spannungen, Krisen-Kriegekonflikte und gerade EntwicklungsForschung hat hier so einen zentrale wichtigen Schlüssel in der Hand nämlich sich zu verständigen, Dialoge auf Augenhöhe zu führen und ich denke wir sollten eigentlich aus der Geschichte bereits gelernt haben wie zentral wichtig eben gerade dieses Zusammenarbeiten global für uns alle letzten
00:04:13: Endes ist.
00:04:19: Erst mal dort mir das grundsätzlich viel natürlich als Anerkennung von meiner Arbeit aber auch als Anerkennung für die Art der Forschung, die ich mache Gerade aktuell, wo Zugang zu Rohstoffen besonders wichtig geworden ist ganz hoch auf der politischen Agenda stehen.
00:04:39: Ich versuche halt kritische... ich weiß nicht ob es eine Begleitforschung ist aber so eine kritische Grundlagenforschungen zu machen um zu zeigen ja dahinter stehen natürlich Menschen und das hat Auswirkungen an verschiedenen Orten der Welt und diese Transformationen über die wir reden sind nicht automatisch gerecht.
00:04:56: Ich glaube dass es ganz wichtig im Kopf zu behalten oder zu berücksichtigen.
00:05:02: Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass dieser Preis auch dieses Thema irgendwie auszeichnet und dem auch eine gewisse Sichtbarkeit gibt.
00:05:10: Ich werde dazu weitermachen, ich glaube diese Kontexte zu denen ich arbeite sind extrem aktuell.
00:05:16: Ändern sich extrem schnell.
00:05:17: haben wir vor ein paar Jahren noch sehr stark über die Decarbonisierung geredet, über die Energiewende so geht es jetzt heute bei kritischen Rohstoffen auch teilweise um militärische Anwendungen, um strategischer Autonomie und so weiter.
00:05:28: das sind natürlich nicht nur erfreuliche Tendenzen ganz im Gegenteil.
00:05:32: aber ich glaube auch dass muss natürlich beleuchtet werden.
00:05:41: was Entwicklungsforschung ist ist ja auch ein bisschen Definitionsfrage.
00:05:46: Aber ich würde sagen, ein zeitgemäßer Ansatz von Entwicklungsforschung versteht Entwicklungs-Forschung als einen Raum für Reflexionen.
00:05:56: und zwar man forscht über gesellschaftlichen Wandel mit einem normativen Anspruch einer Verbesserungen.
00:06:04: aber man fragt was ist denn überhaupt Verbesserung?
00:06:08: Wer definiert denn was?
00:06:10: Verbesserungs bedeutet eine Verbesserung.
00:06:17: Das heißt, wir machen Entwicklungsforschung nicht weil wir wissen was man unter Verbesserungen versteht sondern weil es darum geht verschiedene Vorstellungen von Entwicklung zum Beispiel sicher zu machen.
00:06:29: und was verstehen andere Menschen in anderen Regionen über Entwicklung?
00:06:35: Und man hinterfragt Machtverhältnisse Man beschäftigt sich mit Wissenshirachien Man schaut sich Abhängigkeiten an und Verflechtungen Und es geht darum, die globale Ebene immer mitzudenken.
00:06:48: Also die Verflechtung zwischen der lokalen Ebene und den Aussuchungen auf die globalen Ebene – und umgekehrt.
00:06:53: auch die globalen Diskurse wirken sie auf eine lokale Ebenne.
00:06:57: Entwicklungsforschung ist aus meiner Sicht auch praxisbezogen und eben normativ.
00:07:02: das heißt man möchte auf etwas beitragen mit der Forschung dass sich Lebensbedingungen verbessern.
00:07:14: Auch in meiner Forschung Ich arbeite sehr viel mit kleinbäuerlichen Produzenten in Argentinen zusammen und ganz konkret in dieser Arbeit, die heute ausgezeichnet wurde habe ich gefragt wie sie sich die Zukunft vorstellen.
00:07:26: Und da habe ich mir eben konkret nochmal angeschaut, wie diese Zukunftsbilder auch geformt werden.
00:07:32: Was darunter liegt und der kritische Ansatz dahinter ist eine kritische Perspektive auf die kolonialen Strukturen Denkweisen Erzählungen, die fortgeführt werden und sich nicht nur in der Gegenwart zeigen sondern auch Einfluss haben auf unsere Zukunftsbilder.
00:07:54: Als Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung stecken wir gerade mitten in den Budget-Vorbereitungen und anschließenden Verhandlungen auch mit dem Finanzresort bzw.
00:08:03: in der gesamten Koalition.
00:08:05: die Budgets für im Jahr twenty-seven und zwanzig und achtundzwanzig sollen verhandelt werden Und natürlich werde ich mich als Ressortverantwortliche dafür einsetzen, dass wir ein starkes Budget haben.
00:08:17: Dass wir auch die Forschungsperspektive nicht nur für die Forscherinnen und Forscher sondern letzten Endes auch für die vielen verschiedenen Themengebiete und da zählt die Entriegungsforschung auch dazu
00:08:27: gut und
00:08:27: sicher!
00:08:28: aufstellen
00:08:29: können.
00:08:29: Da geht es einerseits darum, einfach die Themengebiete zu erschließen.
00:08:33: Es geht natürlich auch um sichere Arbeitsplätze und darum dass wir als Wissenschafts- und Forschungsstandort attraktiv sind weil wenn wir davon sprechen das wir ein sicherer Hafen sein wollen für jene wo Forschung unter Druck gerät dann gilt es auch die eigenen nationalen Hausaufgaben zu machen.
00:08:50: Ja, herzlich willkommen zurück ins Studio.
00:08:53: Felix Dorn ich darf mit dir beginnen.
00:08:55: du bist der Hauptpreisträger.
00:08:58: sprechen wir über politische Ökologie und Decarbonisierung.
00:09:02: was genau hast Du gemacht?
00:09:04: Wozu hast Du geforscht?
00:09:06: Worüber?
00:09:07: Breite Frage aber auch sehr spannende Frage also ich forsche grundsätzlich zu den ich würde sagen den sozialökologischen Dimensionen der Energiewende.
00:09:15: Ich beschäftige mich ganz grundlegend mit kritischen Rohstoffen, sein vor allem Lithium zuletzt auch ein bisschen seltener Erden aber auch mit Energieträgern wie Wasserstoff oder generell erneuerbaren Energien und ich schaue mir konkret an in den Regionen.
00:09:32: oder was in diesen Regionen passiert, wo Lithium abgebaut wird.
00:09:34: Wo Wasserstoff produziert wird nicht nur im Sinne von Auswirkungen sondern ich würde jetzt davon sprechen dass es auf verschiedenen Ebenen verhandelt wird also zwischen Unternehmen und Gemeinschaften zwischen Staaten und Unternehmen in internationalen Lieferketten usw.
00:09:49: Mein Ausgangspunkt dabei ist meist lokal.
00:09:53: Also bei mir geht es viel um lokale Konflikte, um lokales Handeln das auch das globale mit produziert oder mitformt.
00:10:02: Also es geht einerseits natürlich um die Auswirkungen, es geht aber auch darum wie viele verschiedene Lokalitäten und Orte das globale Formen.
00:10:11: Und das habe ich in verschiedenen Fallstudien gemacht – in Kolumbien ganz besonders in Nordwest-Argentinien zum Lithiumbergbau.
00:10:19: In den letzten Jahren habe ich auch ein bisschen zu Portugal und Spanien gearbeitet und publiziere diese Arbeiten meist wissenschaftlich.
00:10:26: Aber So durch meine Affinität für Foto und Filme mache ich auch Fotoserien.
00:10:30: Und habe mich mit Dokumentarfilmen beschäftigt.
00:10:34: Wir werden einiges noch besprechen, eine breite Frage groß und hoffentlich auch sehr interessant für dich aber ich nehme es mal an Anna Maria du hast den Nachwuchspreis bekommen.
00:10:46: wozu arbeitest Du?
00:10:49: Ja wie vorhin schon kurz angesprochen Ich stelle mir die Frage Wie kann das Ernährungssystem transformiert werden?
00:10:56: global gedacht, aber natürlich auch wie Felix Thorn schaue ich mir oft im lokale Fall bei Spiele an.
00:11:03: Was gibt es schon für alternative Vorschläge vor Ort?
00:11:05: Was sind die Hemmnisse auf die Menschen treffen wenn sie eben versuchen etwas anderes zu machen das Ernährungssystem anders zu gestalten?
00:11:13: und in dieser Forschung die ausgezeichnet wurde habe ich mich im ganz konkret mit Zukunftsperspektiven auseinandergesetzt also wie akraalkologische Produzentinnen da sind meist Personen mit Migrationsbiografie aus Bolivien die keinen Landbesitz haben, nach Argentinien ausgewandert sind um eine bessere Zukunft zu gestalten und oft auch aus Notwendigkeit agrarikologisch produzieren.
00:11:36: Und habe ihn gefragt wie diese Personen sich einen wünschenswerte Zukunft vorstellen?
00:11:43: Und wovon diese Zukunftsvorstellungen auch geprägt werden?
00:11:48: Felix bei deiner Forschung können wir da von grünen Extraktivismus sprechen
00:11:55: kann man durchaus, also zu einem Beginn... Also ich würde das jetzt nicht alles immer als grünen Extraktivismus bezeichnen.
00:12:03: Ich habe mich aber sehr intensiv mit diesem Begriff auseinandergesetzt und was ich damit eigentlich sagen möchte ist Grundsätzlich hat Rohstoffabbau natürlich schon immer so eine eigene, starke Eigenlogik gehabt im Sinne von Entwicklungsversprechen.
00:12:15: Und jetzt findet der Rohstoffabbau gerade für Rohstoffe wie Lithium aber mittlerweile auch Kupfer oder eben seltener Erden mit einer grünen Legitimation statt.
00:12:27: und worauf dieser Begriff eigentlich verweist ist dass die Strukturen dahinter, die strukturellen Asymetrien und Ungleichheiten eigentlich bleiben, Label bekommen hat.
00:12:41: Das heißt, das ist sozusagen darauf hinzuweisen welche Kontinuitäten es vielleicht auch gibt zwischen einem fossilen Ressourcen- und Energierregime und einem jetzt grünen Ressursen- und Energieregime aus einer lokalen Perspektive.
00:12:56: Ja, ihr habt jetzt schon sehr viele Parallelen gemeinsam auch angesprochen.
00:13:02: Die euch wichtig sind die aber auch Entwicklungsforschung auch ausmachen nämlich die Ungleichheiten zum Beispiel oder wie auch lokal es auf globales und bzw.
00:13:13: umgekehrt wirkt.
00:13:15: Wie ist das mit den Ernährungssystemen im Spannungsfeld?
00:13:18: Was kann man sich denn da unter den Werten zum Beispiel vorstellen?
00:13:25: Gleichheiten, die hier eine Diskrepanz sind zwischen den Menschen, die da leben und auch den globalen Vorstellungen oder auch Machtverhältnissen.
00:13:36: Was erwartet wird, was möglich ist für ihr Leben und Einkommen und Auskommen im kleinbäuerlichen Verständnis natürlich.
00:13:45: Also Subsistenzwirtschaft wird wahrscheinlich auch sehr viel betrieben in ländlichen Gebieten.
00:13:52: Kannst du ein bisschen mehr erzählen?
00:13:54: Zum Beispiel über die Werte.
00:13:56: Mich hat sehr interessiert, was damit darunter zu verstehen ist beziehungsweise wie unterschiedlich das auch ist zu unseren Werten im Umgang mit Ernährung und Ernährungssystemern.
00:14:07: Sehr gerne!
00:14:08: Ja ich glaube man kann also erst mal vorweggenommen.
00:14:11: Ich kann jetzt nicht für Agentininnen im Allgemeinen sprechen oder für alle Gruppen, die agrarikologisch produzieren.
00:14:16: Ich bin ziemlich ganz genau auf dieses Fallbeispiel eben indem ich mich in dieser Arbeit beschäftige.
00:14:23: Das ist eine Gemeinschaft in Nordpartagonen, die eben versuchen agrarökologisch zu produzieren und ich glaube das es an sich schon ein Wert.
00:14:31: Also Agrarökologie ist ja nicht nur eine Produktionsweise, eine Technologie im Sinne dass sie verzichten auf externen Inputs sondern auch eine Lebensweise.
00:14:40: Es ist eine Lebensphilosophie die auch damit einhergeht und das sind vielleicht eben diese Werte, die man betrachten kann auch.
00:14:48: Was ist ein gutes Leben aus deren Perspektive?
00:14:50: Und da gibt es natürlich das Konzept des Bohnen wie Vier oder das glaube ich auch vielen Bekannte im... Die Frage was ist ein gutes Leben?
00:14:56: und das wird natürlich an unterschiedlichen Orten anders ausverhandelt.
00:15:00: Das wird in westlichen Gesellschaften in Österreich sicher anders beantwortet werden als eben in diesen kleinbäuerlichen Familien wo's viel darum geht dass eben zum Beispiel die Kinder auch mit aufs Feld gehen können, ohne dass sie sich Gesundheitsrisiken aussetzen müssen.
00:15:18: Das ist einfach schon ein Wert für die Personen vor Ort, das in der Entscheidungsgrundlage es auch so zu arbeiten aber natürlich auch ganz ... ja an banale Antreiber wie in einer sehr unsicheren Ökonomie, wie es Argentinen leider auszeichnet, zu überleben.
00:15:35: und da geht's auch um Werte wie Falls es ein Wert ist, aber einfach ein Pragmatismus oder eine Überlebenssicherung für die eigene Familie und natürlich selbst zu produzieren bedeutet dass man zumindest selbst Essen hat.
00:15:48: Und die Familie versorgen kann.
00:15:50: Das ist in Zeiten von Wirtschaftskrisen schon auch ein zentraler ökonomischer Wert.
00:15:56: in dem Sinne Felix, wie ist es mit dem Beispiel an dem du geforscht hast?
00:16:02: Du hast gesprochen über soziale kolorische Dimensionen die dir sehr wichtig sind anzusehen.
00:16:08: Du machst auch viel mehr dazu kannst ein bisschen mehr erzählen bitte darüber.
00:16:14: Ja also ich halte das Thema Filme für spannend insofern, weil man damit natürlich über die wissenschaftliche Bubble und Dimensionen ein bisschen hinausgeht.
00:16:27: Man glaube ich einen ganz durchaus ein anderes Publikum damit erreicht.
00:16:31: Ich arbeite ja zu sehr aktuellen Themen wo es auch wichtig finde sich in die aktuelle gesellschaftliche Diskussion einzubringen.
00:16:40: Und dafür ist das muss man leider anerkennen dass Wissenschaftssystem per se nicht ausgelegt und ich habe einerseits den Eindruck, dass man vielleicht mit ner Fotostrecke kommt man etwas schneller in der Diskussion erreicht auch andere und mehr Menschen.
00:16:57: Darüber hinaus hab' ich auch festgestellt das die Diskussionen mit Menschen.
00:17:02: also jetzt wenn ich jetzt in Wien was vorstelle worauf ich was sich gefunden habe dann sind die Diskussion natürlich andere nach nem Fachvortrag oder den Dokumentarfilm gezeigt habe.
00:17:17: Und das finde ich einen sehr spannenden und durchaus noch ein Feld mit viel Potenzial, was vielleicht im Wissenschaftsbetrieb nach wie vor nicht genug Anerkennung findet aber ich sehe schon einige Entwicklungen die auch in diese Richtung gehen.
00:17:37: kleine Musikpause und im Anschluss würde ich euch gerne auch mehr fragen, was kritische Forschung für euch beide bedeutet unter anderem.
00:21:00: Lange nach der Forschung – wir haben zwei tolle Gäste im Studio Felix Dorn und Maria Brunner – in der Live-Sendung sprechen wir mit den beiden über den Entwicklungsforschungspreis.
00:21:15: Sie haben diesen Gewonnen Anna Maria Brunner den Nachwuchsforschungspreis, Felix Dorn den Hauptpreis und dieser wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaften und Forschung verliehen.
00:21:28: Die festliche Preisverleihung hat bereits stattgefunden.
00:21:32: Ihr habt der Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner auch schon ein bisschen gehört in unserem Einspieler und sie hat sehr stark hervorgehoben wie wichtig Entwicklungsforschung ist.
00:21:43: ihr beide seid auch in diesem Feld tätig und es geht auch um kritische Forschung.
00:21:51: Was bedeutet das genau für euch?
00:21:54: Anna-Marie, darf ich mit dir beginnen?
00:21:56: Ja gerne!
00:21:58: Ich glaube... Kritische Forschung, und es gibt nicht eine Art der kritischen Forschung.
00:22:03: Ich glaube, es gibt zu viele Arten, kritische Forschungen zu betreiben wie es Wissenschaftlerinnen gibt tatsächlich auch weil jede Wissenschaftlerin kommt mit ihrer eigenen Geschichte-Positionalität, mit dem eigenen Päckchen das in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliche Gewichtungen hat.
00:22:19: aber ein zentraler Grundaspekt einer kritischen Forschung ist sicherlich zu fragen Was höre ich oder was vernehme ich von wem und welchen?
00:22:28: Interessen könnten eben auch dahinterstecken?
00:22:31: Ein bisschen noch einmal mehr zu hinterfragen, was man vernimmt aber glaube ich auch gleichzeitig.
00:22:36: Und es wird vielleicht öfters vergessen im Sinne der epistemischen Gerechtigkeit auch zu fragen, was höre Ich nicht?
00:22:43: also nicht nur was wird mir nicht erzählt sondern auch was kann ich nicht vernehmen Durch meine eigene Brille, durch meine eigene Positionalität.
00:22:51: Wo schaue ich darüber hinweg oder was nehme ich vielleicht nicht als so wichtig war und wen nehme ich ernst?
00:22:57: Als Wissensträgerin sozusagen.
00:22:59: Und das ist glaube ich ein ganz zentraler Bestandteil meiner kritischen Forschung auch mich selbst zu hinterfragen und noch einmal auf meine Forschung zu schauen.
00:23:08: im Sinne von welchen Grund Annahmen bin ich eigentlich auch ausgegangen oder welche Frage habe ich gestellt, die vielleicht gar nicht so relevant war im Nachhinein.
00:23:20: Für dich Felix, kritische Forschung?
00:23:23: Ich glaube also ich kann mich den genannten Punkten auf jeden Fall anschließen.
00:23:27: Ich würde ganz grundsätzlich auch sagen Forschung generell würde ich erst mal als Nicht-Neutral... Also ich würde erstmal sagen Forschungsgenerell ist nicht neutral und nicht objektiv oder kann nicht obektiv sein und das heißt sie dient immer irgend Wem?
00:23:42: Und wenn wir das jetzt, wir haben das im Einspieler ganz am Anfang auch gehört von Karin Kübelböck.
00:23:47: Wenn wir das ernst nehmen dann bedeutet es auch zum Beispiel zu sagen okay wir beschäftigen uns mit der Position von marginalisierten Gruppen seines indigene Gemeinschaften oder kleinbäuerliche Gruppen also so einen normativen Anspruch mit in unsere Forschung zu bringen.
00:24:06: dabei wollen wir natürlich methodisch transparent und auch empirisch verankert sein.
00:24:11: Für mich bedeutet das, ganz theoretisch erst mal Macht- und Verteilungsfragen ins Zentrum zu stellen.
00:24:17: Und dann aber ganz konkret danach zu fragen ja, wessen Wissen zählt eigentlich?
00:24:20: Wer definiert was Entwicklung bedeutet?
00:24:23: Wie werden Entscheidungen getroffen
00:24:25: usw.?
00:24:27: Wie habt ihr denn zum Beispiel die lokalen Communities hier eingebunden wenn es eben um Wissen von Minderheiten oder nicht akademisches Wissen geht?
00:24:37: wie wichtig ist es auch Menschen einzubinden, über die man eigentlich forscht.
00:24:43: Also ein bisschen eine blöde Frage.
00:24:47: Ja das ist extrem wichtig.
00:24:48: es geht ja auch darum dass man eben mit den Gemeinschaftenforsch oder mit lokalen Gruppenforscht im Idealfall und nicht nur über.
00:24:56: in Südamerika ist nicht umsonst das Schlagwort so ein bisschen akademischer Extraktivismus auch ein großes Ding und ich denke man sollte da das auf jeden Fall kontinuierlich berücksichtigen.
00:25:10: Also ich mache anders als Anna-Marie, ihr könnt vielleicht noch was dazu sagen keine rein transdisziplinäre Forschung aber ich frage schon immer nach dem Forschungsbedarf den es vielleicht auch in Gemeinschaften gibt.
00:25:22: also sei es dass sie vielleicht erstmal hinkommen oder mich erst mal fragen was ist denn eigentlich Lithium?
00:25:28: Wie sieht denn diese Lithium Wertschöpfungskette aus?
00:25:30: wofür wird das gebraucht um das dann zu nutzen für Verhandlungen mit Unternehmen.
00:25:35: Oder es geht um Sichtbarkeit, woraus vielleicht ein Film oder eine Fotostrecke wird.
00:25:39: Es ist denke ich auch sehr wichtig dass man hier mehrfache Gespräche führt und dass man langjährige Vertrauensverhältnisse eingeht also diese Beziehungen auch ernst zu nehmen.
00:25:54: Das geht natürlich nicht einmal besuchen.
00:25:58: Wir beide fahren sehr häufig in unsere Forschungsregion, wir verbringen viel Zeit dort.
00:26:02: Ich habe für meine Doktorarbeit zum Beispiel elf Monate in zwei indigen Gemeinschaften in Nordwest-Agentinien verbracht und ich glaube zu guter Letzt ist es auch wichtig dass Informationen zurückfließen im Sinne von Ergebnissen, Filmen, Präsentation vor Ort usw.. Also ich denke hier Es gibt sicherlich verschiedene Level an wie sehr man Gemeinschaften einbindet, aber ich glaube ganz zentral ist sicherlich die Augenhöhe.
00:26:30: Ja, ich kann allem gesagt nur zustimmen und vielleicht um... Deine Frage ein bisschen umzudrehen, es geht vielleicht gar nicht darum wie wir die Personen integrieren können oder mit einbinden können sondern wie wir uns vielleicht eigentlich selbst integriern können in das Forschungsumfeld.
00:26:44: Weil die Personen stehen im Mittelpunkt der Forschung und da sind Menschen mit Lebensrealitäten viel Arbeit auch in meinem Fall und da ist die Frage wie kann ich Forschung betreiben dass ich nicht ein zusätzliches Hemmnis bin oder zusätzliche Arbeit Vielleicht auch mitarbeiten kann, helfen kann.
00:27:03: Ich habe viel Zeit nicht nur im Akademischen Feld, sondern auch im akrarischen Sinne verbracht.
00:27:09: Ich bin in den Gewächshäusern gestanden bei forty Grad.
00:27:14: Das ist wirklich wie eine Sauna wenn man da reingeht aber... einfach mit zu ernten und somit auch zu unterstützen.
00:27:20: Und nicht, was in noch extra Zeit im extractivistischen Sinne auch zu rauben ist, aber ich auch ein zentraler Aspekt zu fragen wie kann eine Forschung für die Personen vor Ort machbar gemacht werden?
00:27:30: Mal schlussendlich wenn sich etwas abverlangen einer Produzentin, die sowieso schon keine Zeit hat oder versucht eben ihr Leben in den Rahmenbedingungen eben zu meistern dann sollte Forschung nicht noch eine extra Bürde sein, die man diesen Personen dann auch erlegt um eben selbst an Ergebnisse zu kommen.
00:27:48: Und ich glaube eine zentrale Frage wenn man transdisziplinär forschen will ist was ist denn für die anderen Personen relevant mit ihnen?
00:27:56: Ich arbeite und da gemeinsam schon eine Forschungsfrage heranzugehen.
00:28:00: natürlich gibt es immer Vorlagen von Projekten und die Finanzierung kommt.
00:28:04: eben diese Interessen von denen wir gesprochen haben die sind ja auch auf unserer Seite der wissenschaftlichen Seite immer gegeben.
00:28:10: aber im möglichen Rahmen zu fragen, wie könnte es für beide Seiten fruchtbar sein und was kann ich ihm auch zurückgeben?
00:28:17: Ist eine Herausforderung.
00:28:18: aber ein ganz zentraler Punkt würde ich sagen.
00:28:21: Und das ist eigentlich ja also schwierig umsetzbar oder weil die Projekte sind befristet... Also es gibt ganz wenig Wissenschaftlerinnen, die so engagiert sind, um hier auch mit den Menschen vor Ort leben zu können und zu wollen.
00:28:38: in der Regel.
00:28:42: Also ich habe schon den Eindruck, dass sehr viele Kolleginnen und Kollegen sehr verantwortungsvoll mit diesen Positionen umgehen.
00:28:53: Wir sind ja in den Kontexten, in denen wir arbeiten, europäische Forscherinnen, indigen Gemeinschaften oder kleinbäuerlichen Gemeinschaften... Und es ist sicherlich auch nochmal was anderes, wenn wir über Auftragsforschung sprechen.
00:29:07: Was ich jetzt bisher noch nicht gemacht habe.
00:29:09: aber in der akademischen Logik muss man sagen da geht das natürlich zentral um Publikation und nicht um den Bedarf vor Ort.
00:29:17: also das ist sicher ein Punkt über den man ehrlich nachdenken muss.
00:29:22: Das heißt, diese langen Aufenthalten, langjährige Beziehungen kontinuierlicher austauscht es widerspricht gewissermaßen diesem starken Publikationsdruck den wir haben und auch sonst arbeiten akademische Strukturen durchaus manchmal In einer gewissen Weise auch dagegen.
00:29:38: Es gibt natürlich Lehrpflichten, es gibt Administration und knappe Mittel.
00:29:42: Das heißt diese langen Feldaufenthalte sind kein Standard sondern durchaus eine Entscheidung die man ganz aktiv treffen und auch kontinuierlich erkämpfen muss.
00:29:53: Wir machen wieder eine kleine Musikpause und dem Anschluss würde ich euch bitten ein wenig über eure Forschung vor Ort und die Ergebnisse dir bisher sammeln konntet zu berichten.
00:32:12: Machtverhältnisse, das habt ihr beide auch schon einigmal genannt.
00:32:18: Wie wirkt sich das aus?
00:32:20: Das
00:32:20: globale Handeln auf das lokale auch umgekehrt.
00:32:25: was habt ihr bisher mit eurer Forschung herausfinden können?
00:32:31: Bei mir geht es ja ganz zentral um die Energiewende und dabei schaue ich auf Rohstoffe auf erneuerbare grüne Energieträger.
00:32:42: Und ich beschäftige mich dabei einerseits mit dem Thema Land und Konflikten um Land, das heißt was man da relativ schnell sieht es gibt keine leeren Räume die vielleicht oft so bezeichnet werden von Staaten oder von Unternehmen die man jetzt erschließen kann und wo man jetzt riesige Anlagen errichten kann sondern es gibt eigentlich.
00:33:04: Also alle diese Räume, sei es in den Hochanten oder im Patagonien werden natürlich genutzt von verschiedenen Akteuren und Akteursgruppen.
00:33:14: Und diese dominante Narrative die wir dabei oft hören über die Energiewende von einer grünen Moderne, von einer Hightech-Zukunft
00:33:23: usw.,
00:33:24: überlagern sehr oft lokale Realitäten.
00:33:29: neue Ungleichheiten, also Metrien zwischen multinationalen Konzernen und indigenen Dörfern.
00:33:36: Natürlich werden Nord-Süd-Verhältnisse fortgesetzt aber dadurch dass wir jetzt solche Themen auch zunehmend in Europa sehen gibt es auch eine gewisse Verschiebung oder zumindest eine Rekonfiguration von solchen Aspekten.
00:33:54: natürlich zeigt sich Ungleichheit nicht überall gleich.
00:33:58: Ich glaube deshalb ist auch qualitative, kontextsensible Forschung sehr wichtig und in meinem Fall ist es auch sehr fallabhängig.
00:34:06: also ich habe mich zum Beispiel mit verschiedenen den Reaktionen von verschiedenen Gemeinschaften beschäftigt auf dem Lithiumbergbau.
00:34:12: Warum gibt es einerseits Protest?
00:34:14: Und achtzig Kilometer weiter gibt es Verhandlungen.
00:34:18: wie laufen diese Verhandlung zwischen Gemeinschaften und Konzernen?
00:34:23: welche Ungleichheiten finden sich vielleicht dort oder was läuft eigentlich auch gar nicht so schlecht, worüber wir jetzt hier in Europa nicht ganz so gut informiert sind.
00:34:34: Aber dabei stößt man natürlich mal auf offensichtliche Umweltverschmutzung, was Ungleichheit sein kann – mal um fehlende demokratische Mitsprache in Entscheidungsprozessen.
00:34:45: Das heißt im Kern dreht es sich schon bei mir.
00:34:48: also wenn ich von Macht rede geht das natürlich um die Frage wer entscheidet und wer trägt eigentlich die Kosten?
00:34:53: verschiedene Arten von Kosten und werf profitiert auch von dieser Energiewende.
00:34:58: Ja, ich würde gerne Anna-Marie auch noch einmal fragen zum Thema Machtverhältnisse, auch Kolonialismus Und danach auch nochmal dich bitten genau hin zu zoomen Ihnen mit diesen Menschen, mit denen du hier jetzt gearbeitet hast Wer das auch ist?
00:35:18: Was
00:35:18: z.B.,
00:35:19: die Beispiele sind oder ein Beispiel oder zwei herauszufiltern, die zum Beispiel das funktionieren kann mit besseren Verhandlungsspielräumen.
00:35:29: Denn diese Konflikte gibt es ja schon sehr lange.
00:35:32: also das ist jetzt auch nichts Neues und ich glaube besonders von den Ländern des globalen Südens hört man doch immer dass es auch hier um ja sehr viel Druck, sehr viel Gewalt im Spiel ist und Protest hast du schon erwähnt?
00:35:48: Also Menschen werden umgebracht für diese Ressourcen, die verwendet und gebraucht werden.
00:35:56: Anna Maria wie ist es denn bei dir zum Thema Machtverhältnisse?
00:36:02: Ja ich zoom vielleicht auch gleich mal hinein weil Felix schon den großen Rahmen glaube ich schön aufgezeigt hat und ganz konkret in meinem Fallbeispiel eben im Nord-Batagonien.
00:36:13: Ein zentraler Aspekt, wo sich Macht aus oder zeigt ist eben der Zugang zu Land und wer den Zugang zur Land hat.
00:36:21: Und das sind nicht die kleinbäuerlichen Landwirtinnen, die agrarökologisch produzieren, die aus Bolivien zugewandert sind sondern es sind eben die Personen, die sich teilweise schon in den neunzehnfünfziger Jahren angesiedelt haben als dass die Region ökonomischen Wert gesetzt wurde.
00:36:38: mit mit unterschiedlichen Geldern von der FAO und auch vom UN-Spezial Fund und von der Interamerikanischen Entwicklungsbank wurde dort das Territorium total umgekrempelt, kann man sagen.
00:36:52: Und dann wurden vor allem in den ersten Schritten europäische Landwirtinnen angesiedelt.
00:36:59: Die sind nach wie vor die Personen, die das Land besitzen Auch wenn der Wille besteht gar nicht die Möglichkeit gegeben, Land zu kaufen für lokale Akteurinnen vor Ort.
00:37:09: Die eben erst in den letzten Jahren sich angesielt haben.
00:37:12: und das bedeutet ganz konkret dass agrarikologische ProduzentInnen auf keinen Kartenaufscheinen in keinen politischen Entscheidungspapieren sind quasi komplett unsichtbar.
00:37:23: und vor allem sind es oft Frauen die dann eben am Land von ihren Also eher Männern arbeiten.
00:37:31: Die arbeiten im meisten für große Konzerne und dann gibt es einen Eck von dem Land, das gar nicht verwendet wird weil die Erde dort nicht so furchtbar ist.
00:37:37: Und dort versucht eben meistens... ...die Frauen in diesem Fall sind wirklich zehn von elf akraalkologischen Produzenten auf Frauen ein... eigenes Einkommen zu generieren und etwas zu schaffen, aber das bedeutet auch dass sie nicht in den Gremien sitzen dürfen weil eben dort nur die Personen mit Landtiteln sitzen dürfen.
00:37:55: Und dort wird entschieden eben wo fließt das Wasser zuerst hin?
00:37:58: Wie werden in Zukunft die Infrastruktur ausgebaut?
00:38:01: und da sind eben ganz zentrale Ressourcen um auch in Zukunft ein Leben bestreiten zu können.
00:38:06: Da sieht man wie sich so die Macht- und auch die kolonialen Verhältnisse weiterziehen auch auslösen in dem Sinne.
00:38:17: Also das heißt es sind die Aussichten eher kleiner auf eine Verbesserung beziehungsweise auch ja also gerade Argentinien denke ich auch politisch mit wie Milais ist ein sehr problematisches Land, dass wahrscheinlich einer Minderheit noch weniger Rechte zuspricht.
00:38:41: Es ist sicherlich mit dem Regierungswechsel nicht einfacher geworden für solche alternativen Projekte.
00:38:46: Das betrifft ja nicht nur die Produzentinnen selbst, sondern auch die Kolleginnen, die vor Ort Forschung betreiben.
00:38:52: Die argentinischen Forscherinnen mit denen ich gesprochen habe und auch Zusammenarbeiter.
00:38:57: wenn man zu Agrarekologie forscht, aber es derzeit eben ein offizielles Verbot gibt in Berichten also staatlichen Berichten
00:39:04: usw.,
00:39:05: wissenschaftliche Berichte dieses Wortes zu verwenden dann wird's einfach nicht schlicht und einfach nicht ermöglicht die Arbeit zu machen.
00:39:11: Es ist eine Zensur diese erleben, eine Definanzierung Projekte, die langjährig aufgebaut wurden über dreißig Jahre, wurden einfach abgeschafft quasi mit einem Schlag.
00:39:22: Also es ist für die Forschung vor Ort aber auch für die, die das praktisch im Umsetzen wollen sehr schwierig, aber natürlich auch muss man sagen eine unglaubliche Kapazität, die die Personen auch vor Ort haben mit diesen Umständen umzugehen.
00:39:36: also wo vielleicht Ich in meiner privilegierten Position auch schon öfter mal den gesagt hätte, okay das ist jetzt nicht möglich und wir haben die Ressourcen nicht oder hätten den Hut geschmissen.
00:39:46: Also es ist auch eine Resilienz da, die da sein muss auch also aus einer Notwendigkeit und Agrarökologie sind dem Sinne auch eine Strategie.
00:39:57: wenn eben das Geld fehlt zum Beispiel um Düngemittel zu kaufen dann steigen auch viele Personen um weil es ekonomisch eben nicht möglich ist und da sehen sie dann einen Ausweg mit weniger oder mehr verbunden Mit der Natur und mit natürlichen Prozessen dennoch zu produzieren, und merken dann erst vielleicht diesen Wert dieser eher traditionellen Produktionsweise auch.
00:40:19: Du hast schon auch gesagt, Zukunftsbilder waren Thema.
00:40:24: Darüber würde ich noch gerne im Anschluss reden.
00:40:27: Wille ich es jetzt nochmal zu dir?
00:40:28: Wenn du da hineinsunst was kannst du berichten?
00:40:32: wie kann man sich das vorstellen?
00:40:34: Welches Wirken hat globales Handel auf diese nicht leeren Räume?
00:40:40: Ich glaube, das Thema Land ist ein sehr schönes Beispiel und daran sieht man auch ganz gut vielleicht die unterschiedlichen Reaktionen.
00:40:47: Also grundsätzlich bei mir geht es ja um indigene Gruppen und indigenes Recht.
00:40:54: Sieht erst mal vor sowohl in Argentinien als auch in Kolumbien dass das Land geschützt ist.
00:41:00: also kollektive Landrechte sind geschützten und so sollte es zu Projekten kommen die in irgendeiner Art und Weise die dort lebenden Gemeinschaften beeinträchtigen, haben sie das Recht auf eine vorhergehende Konsultation und auch eine begleitende Konsolation.
00:41:18: Und das meint im Endeffekt, dass Sie auch nein sagen dürfen oder dass Sie vielleicht etwas aushandeln dürfen.
00:41:24: Und gerade in zum Beispiel in Nordwestagentinien, die in den Salinas Grandes – das ist in den vergangenen Jahren recht bekannt geworden durch einen sehr großen Protest gegen den Lithiumbergbau.
00:41:36: Das lag zum Teil daran, dass die Menschen dort nach wie vor auf dem Papier haben sie zwar diese Rechte aber sie haben nach wie Vor nicht die Titel für dieses Land bekommen.
00:41:47: Auch wenn Sie seit Jahren dafür protestieren und man sieht jetzt am Beispiel des Lithiumbergbaus so eine Art ich sage jetzt mal Kontinuität im Kampf um die Landtitel wo sich dann natürlich solche Konflikte auch sehr schnell entladen wurde die Position der Gemeinschaften, dass sie wie Sie gerne konsultiert werden möchten und so weiter nicht so richtig berücksichtigt.
00:42:11: Es gab Wiederausschreibungen seitens des Staates, sodass sich die Proteste dort dann zu einem gewissen Zeitpunkt sehr stark entladen haben.
00:42:19: also hier war das besonders zwiertausend dreinzwanzig recht dramatisch.
00:42:22: andererseits muss man aber auch sagen es gibt natürlich Gruppen wo Bergbau an sich nichts Neues ist.
00:42:29: Also in dieser Gegend, in den Hochanten gibt es Bergbau gerade Silberblei und andere seit vielen Jahren und Borax natürlich auch ein großes Thema Und viele Minen haben grade Ende der neunzige Anfang der zweitausender Jahre geschlossen so dass Arbeitslosigkeit Auch ein großes thema ist und gerade Männer weit außerhalb ihrer eigentlichen orte Jobs gesucht haben, teilweise in Patagonien.
00:42:58: Viertausend Kilometer entfernt.
00:43:00: Das heißt hier wurden natürlich auch Möglichkeiten gesehen mit dem Lithiumbergbau und einige Gemeinschaften, mit denen ich heute noch sehr stark zusammenarbeiten habe beschlossen wir möchten gerne mit den Unternehmen verhandeln Und natürlich... Ich glaube da muss man dann ganz genau hinschauen Was ist denn auf dem Papier eigentlich eine Konsultation wenn das rechtlich gar nicht geregelt ist?
00:43:22: Wie entsteht vielleicht auch ein Standard allein dadurch, dass es gemacht wird.
00:43:26: Also ich glaube hier ist das was passiert dem Gesetz immer einen Schritt voraus.
00:43:32: Was durchaus sehr spannend ist.
00:43:33: man darf aber nicht vergessen dass viele Punkte die dort oder vieles was dort passiert also in.
00:43:40: meistens kommen Firmen natürlich an den Ort und installieren als erstes mal ein WLAN.
00:43:43: dann gibt es vielleicht ein bisschen Geld für die lokale Schule oder es würde überhaupt eine Schule gebaut Dann entsteht vielleicht eine neue Straße als Zufahrtsstraße oder es gibt etwas Geld für das Dorffest usw.
00:43:58: Das sind in einer Region, die jahrzehntelang oder noch länger vernachlässig wurde seitens des Staates extrem viel wert und bedeuten dort auch einen großen Fortschritt in dem Sinne dass wenn jemand krank ist kann man plötzlich mal einen Bescheid sagen oder es gibts überhaupt ein Transportmittel auf jeden Fall ernst zu nehmen.
00:44:23: Also hier gibt es auch ganz konkrete kleine Verbesserungen, nichtsdestotrotz kann es von einer sehr ungleichen Perspektive oder von einer ungleichen Position verhandelt worden
00:44:36: sein.".
00:44:38: Und natürlich gibt's immer das Problem dass so viele, dass es so viele Positionen gibt oder die hier auch umso viel Interessen auch Verhandlungen schwierig machen?
00:44:49: Natürlich, auch das ist ein Thema sobald Geld wohin kommt entstehen neue Probleme.
00:44:55: Es gibt unter Umständen neue kleine Eliten es gibt neue Ungleichheiten innerhalb von Zwischengemeinschaften.
00:45:02: in meinem Fall sind teilweise sehr viele kleine Unternehmen entstanden die ihre Services und da geht's dann um Reinigung, da geht es um Catering, der geht es im Transport den Bergbau-Firm anbieten und das heißt im Endeffekt dass alle diese vielen lokalen Firmen ein oder zwei Kunden haben, nämlich die Bergbauffirmen.
00:45:24: Und diese Firmen konkurrieren auf einmal miteinander und manche sind auch sehr groß geworden.
00:45:29: also wir reden hier von hundert Mitarbeiterinnen in einer Firma, die in einer winzigen Gemeinschaft angesiedelt ist und hier gibt es mehrere dieser Firmen.
00:45:43: Wir haben gerade über Javier Millay gesprochen.
00:45:45: ich glaube das ist sehr spannend weil auch das natürlich Auswirkungen hat.
00:45:50: Also wir sehen plötzlich, dass die Gemeinschaften sagen in der Stadt ist ja Wirtschaftskrise bei uns läuft es eigentlich gar nicht so schlecht hier entstehen neue Möglichkeiten.
00:45:59: Die Menschen aus der Stadt kommen auf einmal zu uns um Arbeit zu suchen.
00:46:02: Das heißt hier dreht sich auch ein bisschen das historische rassistische Verhältnis zwischen Stadt und Land etwas um oder es wird zumindest verändert sich zumindest Und ich glaube all das ist nichts zu unterschätzen warum es dann vielleicht am Ende eine Unterschrift gibt auf einem Papier oder auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die die Gemeinschaft genehmigen müssen.
00:46:28: Magst du noch vielleicht ein-, zwei Worte.
00:46:30: ist dir dazu noch etwas eingefallen zu den unterschiedlichen perspektiven Positionen, die hier auch möglicherweise miteinander konkurrieren?
00:46:42: Verhandlungen, die schwierig sind das alles ins politische auch zu tragen.
00:46:47: was hier Kleinbäuerinnen brauchen Weißt du da mehr?
00:46:52: Habt ihr da auch Zugang zu Politikern zum Beispiel oder zur Politik um mehr zu bewegen.
00:47:00: Ja wie ich vorhin schon erwähnt habe.
00:47:01: eben diese kleinen bäuerlichen Produzenten werden von der Politik einfach nicht gesehen.
00:47:06: also sie sind nicht existente in dem Raum wo ich zumindest arbeite in diesem Auf dieses Fallbeispiel, auf das ich mich im Beziehe.
00:47:15: Und natürlich habe ich versucht in meiner Forschung oder wenn ich vor Ort war Brücken auch zu bauen indem ich... Wenn ich eingeladen war auf die Uni oder zu unterschiedlichen politischen Meetings auch zu sagen kann meine Kolleginnen vor Ort auch mitkommen weil es was passiert ist eine Maginalisierung vor allem der Personen die eben ein anderes Zukunftsbild zeichnen wollen eben nicht dieser konventionellen Ausrichtung, die der Landwirtschaft, die vor Ort dominant ist, zustimmen.
00:47:44: Und ob ich was verändern konnte?
00:47:47: Das wäre vielleicht sehr optimistisch gedacht aber... Ich versuche natürlich in kleinen Schritten und wenn es auch nur ist, in dem Fall jetzt ganz konkret meinen Preisgeld zu teilen und versuchen die Institutionen vor Ort zu unterstützen, die nach wie vor in diesem Bereich forschen.
00:48:03: Ja, aber die Machtverhältnisse wie wir schon angesprochen haben sind viel tiefgreifender und viel größer als jetzt meine Forschung, die das irgendwie enthebeln könnte.
00:48:11: Es ist zum Beispiel – wir haben vorüber Zugang zu Land gesprochen – diese Abhängigkeitsverhältnis zwischen den kleinbäulichen Produzentinnen und der konventionellen Landwirtschaft auch gegeben.
00:48:21: Oft wird es so separat gedacht, aber es ist ganz konkret der Fall dass Personen, die eben das Land nur pachten oft fünf Jahre warten bis das Land ausgebeutet ist von der konventionellen Landwirtschaft, weil dann fallen die Pachtpreise ab.
00:48:36: Es will niemand und niemand anders dieses Land benutzen.
00:48:40: Und dann kommen die agrarcologischen Produzentinnen und sagen okay, dass es jetzt preislich zugänglich.
00:48:45: für mich und mit meinen Praktiken kann ich das Land ja wieder in Wert setzen und den Boden wieder fruchtbar machen.
00:48:50: Dann können sie einen Zeit lang vor Ort wirtschaften bis eben eigentlich sozusagen dieser Träufelskreis sich wieder fortsetzt.
00:49:00: Ja, ein Wert gewonnen hat dadurch, dass eben akraikologisch produziert wurde.
00:49:05: Der Boden ist wieder fruchtbarer und dann kann es wieder zu einem höheren Preis angeboten werden und andere Akteurinnen, Internationale Akteuren kommen vor Ort und bauen quasi wieder in einer extrektivistischen Form an.
00:49:17: Und das Sinn Machtverhältnisse, diese zu durchbrechen oder diese Abhängigkeitsverhältnisse ist extrem schwierig.
00:49:23: Zugang zur Land- im politischen Sinne wäre natürlich ein ganz zentraler Punkt.
00:49:27: aber es ist auch schon eine lange und große Debatte die ich jetzt nicht mit meiner Präsenz lösen kann.
00:49:35: Aber natürlich immer wieder einfach darauf aufmerksam zu machen und einen kleinen Push in die Richtung zu geben ist mir ein Anliegen.
00:49:44: Ja, wie sieht es aus?
00:49:45: Zum Beispiel mit globalen Lieferketten ist auch ein sehr großes und sehr spannendes und auch wichtiges Thema.
00:49:52: Dass wir hier leider nur streifen können.
00:49:54: aber was jetzt zum Beispiel die österreichische Perspektive?
00:49:58: welche Verantwortung könnte da oder hat auch Österreich diesbezüglich?
00:50:03: Was ist aktuell?
00:50:06: ja Österreichs natürlich ein großer Konsument grüner Technologien Und damit auch Teil globaler liefern.
00:50:12: Das ist ganz konkret Verantwortung.
00:50:15: Ich würde das immer auf zwei Ebenen sehen, also die erste Priorität muss natürlich sein dass man vermeidet und reduziert, dass man grüne Energie oder grüne Mobilität Und E-Mobilität richtig verstanden, bedeutet natürlich viel auf die Schiene zu bringen und den öffentlichen Nahverkehr auch zu stärken.
00:50:36: Die Prioritätszweile muss dann sein entwicklungspolitische Instrumente wie Lieferkettengesetze mit sozialen und ökologischen Standards zu erwirken – nicht nur auf dem Papier sondern diese umzusetzen.
00:50:52: Ich denke, wir reden hier auf jeden Fall darüber.
00:50:55: Das ist ein Teil Lithium-Bergbau seltener Erden und so weiter.
00:51:01: geben muss es auch geben mit einem Zugriff seitens Europas.
00:51:09: Wir befinden uns in einer geopolitisch sehr angespannten Situation.
00:51:13: das heißt diese Verträge Und Deals, über die wir hier auf einer globalen Ebene reden und die wir tagtäglich in den Medien sehen sind natürlich wichtig.
00:51:25: Aber dabei sollte es eben nicht nur um den Zugang gehen sondern es sollte auch darum gehen wie kann das sozial-ökologisch fair funktionieren?
00:51:36: Wir sind fast am Ende unserer Sendung.
00:51:39: und jetzt um nochmal die Zukunftsbilder zu bemühen.
00:51:42: Wie geht es denn bei euch in eurer Forschung, in eure Arbeit weiter?
00:51:47: Jetzt ist einmal Österreich hier, ihr seid auch beide in der Lehre oder Anna-Marie war in der Leere.
00:51:54: wie werdet ihr hier weitermachen?
00:51:56: auch zu dem Thema.
00:51:59: Ja, bei mir ganz konkret.
00:52:00: Ich habe eben meinen Panoram ein bisschen erweitert in dem Sinn dass ich nicht nur zu Argentinen Forscher sondern auch zu Ernährungs-Souveränitätsbewegungen in Europa was deren Strategien und Taktiken sind um in der Zeit angespannten geopolitischen Kontext trotzdem ihre Agenten durchzubringen in einer EU Kommission wo der Bereich, in dem man Einfluss ausüben kann.
00:52:26: Auch immer schmeler wird sozusagen.
00:52:28: das heißt es geht ein bisschen weit oder ein bisschen näher in meinem Lebensumfeld auch mit der Forschung weiter aber natürlich weiterhin auch mit meinen Kooperationspartnerinnen in Argentinien bin ich in Kontakt und da gibt's auch noch einiges an Daten aufzuarbeiten, an Debatten vorzusetzen und ja da freue ich mich auf alles was noch kommt.
00:52:50: Bei dir?
00:52:53: Ja, die Gleichzeitigkeit von Nord und Süd ist bei mir auf jeden Fall ein Thema.
00:52:56: Also ich habe schon angesprochen dass diese Decarbonisierungsfrontiers also dieser Entwertsetzung und diese Räume um dies geht befinden sich nicht nur im globalen Süden natürlich sehr stark aber sondern auch parallel in Europa in Südeuropa gerade in marginalisierten Räumen und das ist natürlich keine Substitution.
00:53:19: Ich glaube, hier ist dieses Vergleichend wurde das noch nicht so richtig erforscht.
00:53:23: Ich denke, dass es auf jeden Fall ein spannender Punkt, den ich gerne weitermachen möchte.
00:53:27: eine Frage die mir auch sehr wichtig ist wie nimmt eigentlich die fossile Industrie Einfluss auf die Decarbonierung?
00:53:35: Dekarbonisierung selbst.
00:53:36: Also ich glaube Wasserstoff ist hier ohnehin ein sehr gutes Beispiel, weil das lässt sich natürlich grün produzieren mit Windenergie und Solarenergie aber eben auch mit Gas- und fossilen Brennstoffen und diesen Carbon Capture and Storage Technologien.
00:53:49: Und das heißt wie werden hier eigentlich auch Gesetze Energiewende beeinflusst?
00:53:57: und zu guter Letzt.
00:53:58: Und das habe ich auch gerade so ein bisschen am Rande gestreift, dieses ganze Thema geopolitische Spannung und Geoökonomie halte ich für extrem spannend und relevant und es wird im Moment auf einer sehr globalen Ebene betrachtet.
00:54:11: wir haben täglich die Bilder von Trump & Co Im Blick, aber gleichzeitig passiert eben auf anderen Ebenen auch sehr viel.
00:54:20: Also wir sehen hier Verhandlungen zwischen einer Provinz in Argentinien und dem südkoreanischen Präsidenten Und diese... was ich so ein bisschen indirekt gesagt habe Diese indigen Gemeinschaften in Nordwest-Agentinien schließen natürlich auch ihre Deals.
00:54:38: Ich denke das ist ein Thema, was durchaus noch Beachtung erfahren kann, also wie wird das eigentlich auf verschiedenen Ebenen betrachtet und verhandelt.
00:54:48: Hast du sowas wie einen Blog oder Webseite wo man auch die Filme sehen kann nachsehen kann?
00:54:54: Ja selbstverständlich!
00:54:55: Auf meiner Website www.phelixdorn.com findet man auf jeden Fall so ein bisschen tägliche Informationen.
00:55:01: Man findet ein paar Fotostrecken in Infos zu meinem Buch und dem Film.
00:55:05: Der Film findet sich mittlerweile auch auf YouTube.
00:55:07: Bacho Lasall Ich freue mich auf jeden fall über Interesse
00:55:12: Sehr gerne.
00:55:13: Wir werden das gerne aufnehmen und auch in unseren Text mit hinein nehmen für die Hörerinnen und Hörern.
00:55:20: Anna-Maria, magst du noch irgendwas ergänzen?
00:55:22: Hast du im Bereich Wissenschaftskommunikationen auch was öffentlich gemacht, was dir wichtig ist?
00:55:30: Ja ich ergernte es gern.
00:55:31: Gerne noch etwas.
00:55:32: vielleicht ein ganz anderer Respekt, an dem mich gerade Arbeit und der auch engen Zusammenhang steht mit Wissenschaftskomunikations.
00:55:37: Ich bin ja auch Tänzerin nicht nur Wissenschaftlerin.
00:55:42: Projekt, das mir sehr am Herzen liegt an dem ich auch eben gerade Arbeit sind kunstbasierte Methoden und auch andere Zugänge oder wie man ein anderes Verständnis schaffen kann für Lebensformen oder für ein relationales Weltverständnis.
00:55:56: Und da arbeite ich eben auch viel mit Tanz- basierten Methoden, mit ökosomatischen Methoden.
00:56:00: Und im Zuge dessen ist bereits ein Buchkapitel entstanden und auch einen Kurzfilm Ja, im Dezember in Buenos Aires in einem Museum auch ausgestellt wurden.
00:56:16: Also es passiert einiges – es ist auch einiges schon online und ja eventuell wird auch einiges noch vertanzt und nicht nur verschriftlich.
00:56:25: Gut!
00:56:25: Das heißt wir dürfen das auch mit reinnehmen.
00:56:27: die Informationen sehr gerne.
00:56:29: dann bedanke ich mich an dieser Stelle bei euch beiden gratuliere.
00:56:32: nochmal sehr herzlich für den Preis.
00:56:35: Danke für eure Zeit.
00:56:37: Vielen herzlichen Dank, danke dass wir da sein durften.
00:56:40: An der Technik war Momo Konishio, mein Name ist Mejada Hadaria.
00:56:44: Die Radio- und Podcastreihe wählt im Ohr informiert im Rahmen von EPIR das österreichische Hochschulkoperationsprogramm über kritische transdisziplinäre Entwicklungsforschung sowie Partnerschaften zwischen Nord- und Süd.
00:56:59: Die nächste Live-Sendung ist im Juni – wir freuen uns wenn sie, wenn ihr wieder hört!
00:57:05: Alle unsere Podcasts sind auch auf den Gängigen Posting-Plattformen nachzuhören.
00:57:14: Dankeschön fürs Zuhören!
00:57:17: Und ich danke euch auch ebenso und wünsche noch eine schöne, lange Nacht der Forschung!
00:57:27: Willkommen bei Welt im Ohr.
00:57:29: Eine Sendung des Teams Wissenschaft & Forschung für internationale Entwicklungszusammenarbeit Im ÖAD – Der Agentur für Bildung und Internationalisierung.
00:57:42: Diese Sendung wird von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen des akademischen Programms APIR gefördert.
00:57:50: APIR steht für Austrian Partnership Program in Higher Education and Research for Development.
00:57:55: Heute für Sie, heute für euch live im ORF-Zentrum mit Mejada Hadaya und Momo Konishio.
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